Das Teufelsloch in der Eifel

Wandern mit Kindern zum Teufelsloch bei Altenahr

Wandern mit Kindern zum Teufelsloch bei Altenahr

Zum Video Wanderung mit Kindern zum Teufelsloch Altenahr

Das ist es also. Du stehst davor. Schaust zu, wie die kleine Vierjährige über die Felsen kraxelt. Dein Sechsjähriger ist schon hindurch. Du siehst ihn am Geländer stehen. Dein Blick wechselt zwischen der kletternden Tochter und dem Ausblick auf Altenahr und das Ahrtal auf der anderen Seite. Das ist es: Das Teufelsloch. Doch wo kommt es bloß her, wie entstand es? Du ziehst deinen Kopf ein und kletterst hinterher durch das sagenumwobene Loch im Felsen.

Das Teufelsloch von Altenahr – Wandern mit Kindern

Wanderparkplatz in Altenahr: Von der Einfahrt schaust du nach oben, du siehst ein Kreuz. Etwas weiter links erkennst du ein kleines Loch an der Spitze eines Felsens: Das Teufelsloch! Dein Vorhaben heute: Wandern mit deinen Kindern zum Teufelsloch von Altenahr.

 

Wandern mit Kindern zum Teufelsloch bei Altenahr
Das Teufelsloch mit dem Schwarzem Kreuz, Blick vom Parkplatz

Du parkst dein Auto. Die Kinder schultern ihre Rucksäcke. Deine Tochter ist vier, dein Sohn sechs Jahre alt – gemeinsam verlasst ihr den Parkplatz an der Ausfahrt, geht ein Stück an der Ahr entlang bis zu einer Brücke. Dort warten schon die ersten Wegweiser auf Euch. Auf einem steht „Teufelsloch 4km (7)“. Ihr folgt ihm über die Brücke. Auf einmal sind die Kinder weg, sie haben den Spielplatz auf der anderen Seite entdeckt. Gerade losgegangen und schon die erste Pause, denkst du, das kann ja spaßig werden auf meiner Wanderung mit den Kindern zum Teufelsloch…

Es geht weiter von jetzt an bergauf. Die Füße der Vierjährigen nehmen eine Stufe nach der anderen, einen Stein, einen Felsen hinauf. Schmale und steile Wege führen durch Wald und Dickicht. „Das ist ja wie im Dschungel!“, sagt die Kurze und lacht.

 

Wanderweg zum Teufelsloch
Durch Wald und Gebüsch geht es steil aufwärts zum Teufelsloch

An manchen Stellen stoppt ihr, genießt den Ausblick hinab auf die Stadt. „Das geht ganz schön die schroffen Felsen runter neben mir,“ denkst du und verstehst auf einmal, warum dort oben auf einem Felsvorsprung ein Kreuz steht. Das Schwarze Kreuz als Erinnerung an alle, die von den Felsen hier abgestürzt sind.

 

Altenahr mit Burg Are
Ausblick auf Altenahr und die Burg Are

Klettern und Entdecken – das Teufelsloch

Mit der Mahnung im Kopf geht es weiter. „Guck mal!“, dein Sohn bleibt stehen, „das ist doch Schiefer!“ Mit seinen Fingern bricht der Sechsjährige eine kleine Steinplatte vom Felsen ab. Er bückt sich, hebt einen spitzen Stein auf. Die Schreibprobe beginnt. „Ja, stimmt! Die Eifel ist ein Schiefergebirge,“ erklärst du ihm. Aber so richtig scheint es ihn nicht zu interessieren. Stolz nimmt er seine Schieferplatte, hält sie in den Händen wie ein Schatz. Wandert weiter, den Blick immer wieder auf die Steine und Felsen am Wegrand gerichtet, als suche er weitere Kostbarkeiten.

Der Weg wird flacher. Er macht eine scharfe Linkskurve, es geht leicht abwärts. Dann plötzlich links eine Abzweigung. Steintreppen führen nach oben. Deine Kinder springen die Stufen hoch, du kommst kaum hinterher. Die Stufen werden zu einem schmalen felsigen Weg. Es wird eher geklettert als gelaufen, und dann seht ihr es vor euch: Dieses komische Loch im Felsen. Ihr kraxelt und krabbelt hindurch, genießt den Ausblick auf Altenahr, die Burg Are und das Ahrtal. Eine Bank lädt zur Rast ein. Den Junior hält es allerdings nicht lange auf der Bank, schon klettert er wieder zurück und inspiziert den Felsen um das Teufelsloch herum. Beim Klettern ist Vorsicht geboten: Wer hier fällt, fällt meist tief!

 

Blick durch das Teufelsloch
Das Teufelsloch, Blick nach Westen Richtung Altenburg

Das Teufelsloch von Altenahr – Wie entstand es?

Ihr geht zurück zum Wanderweg. Ihr folgt ihm weiter. Von hier führt er durch den Wald immer auf dem Grat entlang. Die Wanderung zum Teufelsloch wäre geschafft. Euer nächstes Ziel: Die Jugendherberge Altenahr.

In einem Haus am Rande des Berges wohnten einst der Teufel und seine Großmutter. Eines Tages gingen die beiden in den Wald, um Holz zu schlagen. Aus welchen Gründen auch immer fingen sie an zu streiten. Und zwar so sehr, dass der Teufel seiner Großmutter sagte, sie solle ihn verlassen. Die Großmutter nahm ihren Besen und flog davon, doch nicht ohne ihm ein Schimpfwort nachzurufen. Das kränkte den Teufel zutiefst. Er nahm seine Axt und warf sie hinter seiner Großmutter her. Die Axt flog nur knapp an ihrem Ziel vorbei: Sie traf die Spitze eines Felsens und schlug ein Loch hinein – das Teufelsloch! So erzählt es eine von vielen Sagen.

Irgendwann geht es abwärts. Ihr verlasst den Grat und beginnt den Abstieg. Der Pfad schlängelt sich den Felsen hinunter. Ihr trefft auf eine Wegkreuzung. Ihr verlasst den Weg Nummer 7 und folgt von jetzt an dem Weg Nummer 6 hinab zur Ahr. Ehe du dich versiehst, stehen deine beiden Kinder am Ufer des Flusses und werfen Steine und Stöcke ins Wasser. Diese Pause könnte länger werden…, bist du dir sicher.

 

Abstieg vom Teufelsloch
Es geht abwärts!

Das Teufelsloch von Altenahr – Ein Wanderweg für Kinder!

Ihr wandert an der Ahr weiter durch Wald und an Felsen vorbei. Bald erreicht ihr die Jugendherberge mit Spielplatz und Kiosk. Und wie es das Naturgesetz will, haben bald die Kinder ein Eis in der Hand und du einen Kaffee. Du setzt dich auf eine Bank, schaust den Kindern beim Spielen zu. Mit deinen Gedanken blickst du zurück, gehst sie nochmal durch deine Wanderung mit deinen Kindern zum Teufelsloch und dann hierher zur Jugendherberge. Du überlegst, vier Kilometer ist nicht lang für einen Rundweg, aber irgendwie ward ihr den ganzen Tag beschäftigt: Mit durch den Dschungel stapfen, mit Schiefer, Ausblick, klettern und kraxeln, spielen am Wasser und auf Spielplätzen…

 

Bank in der Ahr
Die Ahr: Eine Bank hängt an einem Ast fest, ein Überbleibsel des letzten Unwetters.

In Kürze werdet ihr zum Parkplatz zurück marschieren. An der Ahr entlang. Dabei ist es gleich, ob ihr den Weg auf der einen oder auf der anderen Seite des Flusses nehmt. Ihr werdet an die Brücke kommen, auf der ihr am Anfang die Ahr überquert habt und ihr werdet zurückschauen. Ihr werdet über euch klein das Teufelsloch im Felsen sehen.

Wirst du enttäuscht sein, wenn ich dir jetzt sage, dass dieses sagenumwobene Loch von Menschenhand erschaffen wurde? Dass es gar nicht von der Natur geformt wurde?
Tatsächlich gab es ein natürliches Teufelsloch bis in die 1930er Jahre. Es wurde bei einem Erdbeben zerstört. Da es damals schon ein Publikumsmagnet war, entschied man sich ein neues Teufelsloch in einen Nachbarfelsen zu sprengen. Voilá!

 

Das Teufelsloch ist ein Replikat. Das Original wurde durch ein Erdbeben zerstört.
Das Teufelsloch ist ein Replikat. Das Original wurde durch ein Erdbeben zerstört.

 

Quelle: KuLaDig (Kultur.Landschaft.Digital) „Teufelsloch bei Altenahr“ URL:https://www.kuladig.de/Objektansicht/O-117914-20150313-6 (Abgerufen am 21.07.2016)

 

Hier die Daten zum Mitschreiben:

Wandern mit Kindern zum Teufelsloch bei Altenahr

Alter: Je nach den Lauffähigkeiten der Kinder ab circa vier Jahren, der Weg ist nicht Kinderwagen geeignet.

Route: Wanderparkplatz Altenahr (an der Tunnelstraße = B267, Einfahrt Im Wallgraben), Parkplatz an der Ausfahrt verlassen, Weg an der Ahr folgen (Richtung Jugendherberge), ab der Brücke Weg Nummer 7 folgen, Abzweigung zum Teufelsloch links hoch über einen Weg mit Steintreppen, zurück auf den Wanderweg, für den Rundweg Weg Nummer 7 auf dem Grat weiter folgen, Abstieg, ab der Wegkreuzung mit Weg Nummer 6 diesem folgen, an der Ahr entlang zur Jugendherberge, zum Parkplatz zurück Weg an der Ahr weiter gehen

Länge: Etwa vier Kilometer

Google Maps Altenahr

 

Ward ihr auch schon mal auf dem Teufelsloch? Wie gefällt es euch? Was habt ihr erlebt? Welchen Weg geht ihr? Schreibt mir!