Burg zu Verpachten! – Die Geschichte der Burg Are

Burg zu Verpachten! – Die Geschichte der Burg Are

Du stehst auf dem Parkplatz, siehst nach oben den zerklüfteten Felsen hinauf. Dort oben steht sie, die Burg Are. Fast ein bisschen wackelig sieht sie aus auf der Spitze des Felsens.

Du siehst die Anzeige vor deinen Augen: „Burganlage in ungewöhnlich schöner Lage mit herrlichem Ausblick zu verpachten. Wohnhaus, Kapelle, Kerker, Amt des Stadtherren inbegriffen.“
So hätte sie aussehen können, die Immobilienanzeige für die Burg Are im Mittelalter – aus heutiger Sicht. Denn damals wurde nicht verpachtet – sondern verpfändet.

 

Burg Are, Blick vom Parkplatz an der Ahr
Burg Are, Blick vom Parkplatz an der Ahr

 

Die Geschichte der Burg Are – Verpfändung

Du läufst in den Ort hinein, biegst rechts ab, folgst dem Wegweiser „Burg Are“ die Straße hinauf. Ein weiteres Schild weist dir den Weg auf den Fußweg zur Burg. Der Wanderweg zur Burg Are ist schmal und steil. Überall um dich herum siehst du Schiefer. Blumen wachsen am Felsen, wie in einem Steingarten. Du fragst dich, hat die jemand dorthin gepflanzt oder haben sie sich selber ausgesät.

 

„Steingarten“

 

Du gelangst an eine Kreuzung, ein letzter Wegweiser führt dich auf den Weg und zur Geschichte der Burg Are. Erbaut wurde sie um das Jahr 1100 von den Grafen von Are. Als diesen die Erben fehlten, ging die Burg mit der Grafschaft Are an die katholische Kirche über, genau gesagt dem Erzstift Köln. Diese nutzte die Burg Are lange Zeit zum Verpfänden.

Im Mittelalters hieß das: Du gibst mir Geld für die Burg. Du bekommst die vollen Rechte zur Nutzung des Objekts und bist ähnlich einem Eigentümer gestellt . Ich aber versuche das Objekt wieder auszulösen. Gelingt es mir, gehört mir die Burg wieder. Gelingt es mir nicht, gehört dir die Burg. Oder das Land oder die Rechte, die auch verpfändet werden konnten. Quasi die Finanzzocke der damaligen Zeit.

 

Die Geschichte der Burg Are – Immobilie

Du schreitest durch das erste Burgtor. Du stellst dir vor, du klopfst an. Natürlich möchtest du dir das Objekt erst einmal anschauen, bevor du Nägel mit Köpfen machst. Du wirst hineingelassen. Es geht weiter nach oben. Dann stehst vor der ersten Aussichtsplattform. Links neben dir ist das zweite Tor. Langsam gehst du weiter geradeaus zur Absperrung. Du schaust den steilen Felsen hinab. Unten fließt ruhig die Ahr. In der Stadt herrscht geschäftiges Treiben.

 

© Heike Webner
Altenahr mit Teuflsloch

 

Du wendest dich dem zweiten Tor zu. Dein Herz pocht, als du hindurchgehst: „Ist die Burg ihr Geld wert?“
Das Burghaus ist zweistöckig, eine Kapelle, ein Kelterhaus, ein großes Back- und Brauhaus, weiter Wohn- und Wirtschaftsräume. Ein bisschen heruntergekommen sieht es schon aus. Etwas renoviert werden müsste es.

Heute ist die Burg Are nur noch eine Ruine. Viele Pfandinhaber hatte die Festung in ihrer Geschichte gesehen, bis sie 1690 von den Franzosen eingenommen wurde. Nach deren Abzug übernahm 1706 eine kurkölnische Besatzung die Anlage. Bis die Burg Are schließlich im Jahre 1714 vom Kölner Kurfürsten gesprengt wurde.

 

Haupthaus Burg Are
Haupthaus Burg Are

Die Geschichte der Burg Are – Ausflugsziel

Du läufst durch die Ruine. Nicht erst seit ihrer Sanierung in den neunziger Jahren ist sie ein beliebtes Ausflugsziel. Schon im 19. Jahrhundert kamen viele hierher, angezogen von der Schönheit des Ahrtals. Du gehst durch das, was einmal die Kapelle war. Vor dem Absperrzaun bleibst du stehen. Vor dir fällt der Berg steil ab. Gegenüber siehst du das Kreuz der Engelsey, ein ebenso steiler Felsen auf der anderen Seite des Tals.

 

Blick von der Burg Are auf die Engelsley

 

Du schaust dich noch einmal um, bevor du die Burg Are verlässt: Wohlwahr,  ungewöhnlich schöne Lage mit herrlichem Ausblick!

Die Burg Are – Wanderstrecken mit unterschiedlichem Anspruch:

Bist du ein alpiner Wanderer? Dann kannst du vom Aussichtspunkt der Kapelle in der Ruine dem Trampelpfad bis zur Engelsley folgen. Er beginnt rechts an der Mauer. Aber Vorsicht, Du wärst nicht der erste, der sich überschätzt… Infos zu dem Wander- und Kletterweg von der Burg Are über die Engelsley nach Altenahr gibt es bei Hikr.org.

Du magst lieber ungefährliche und gemütlichere Strecken, dann gehe zurück durch die beiden Burgtore zur Weggabelung und folge dem Rotweinwanderweg.

Du bist etwas dazwischen? Etwas spannend soll es schon sein – aber nicht gefährlich. Dann ist für dich der Ahrsteig das Richtige.

Welche Wandererfahrung mit der Burg Are hast du gemacht?

 

Quellen:

Ebidat Start-Deutschland-Altenahr (04.06.2016)

Wikipedia -Reichspfandschaft (2016)